Passivhäuser

Ein Passvihaus im Sinne der Gütegemeinschaft energieeffiziente Gebäude e.V. ist ein Gebäude, dessen Heizwärmebedarf QH nicht höher als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Energiebezugsfläche und pro Jahr ist (15 kWh entsprechen 1,5 Litern Heizöl). Der Nachweis ist mit dem Berechnungsprogramm „Passivhaus-Projektierungspaket“ (PHPP) des Darmstädter Passivhaus-Instituts zu führen. Ein Passivhaus stellt aus unserer Sicht den Stand der Technik beim energiesparenden Bauen dar und führt zu einem um 75-85 % verringerten Heizenergiebedarf gegenüber einem Neubau, der nach EnEV-Mindestanforderungen gebaut ist. Die technischen Einzelanforderungen sind in den „Güte- und Prüfbestimmungen“ beschrieben.

Baulicher Wärmeschutz:  Das Passivhaus ist vor allem durch einen besonders hohen baulichen Wärmeschutz mit Dämmstärken von 30-40 cm und durch Fenster mit hochwertigen Dreifachverglasungen in wärmegedämmten Rahmen gekennzeichnet.

Wärmebrückenvermeidung: Passivhäuser sollen grundsätzlich wärmebrückenfrei geplant werden, was als gegeben angenommen wird, wenn die Wärmebrücken-Verlustkoeffizienten unter 0,01 W/mK liegen (Näheres siehe im PHPP). Dies geht deutlich über die Mindestanforderungen des Beiblatts 2 der DIN 4108 hinaus. Wärmebrückenfreie Konstruktionsmöglichkeiten sind bereits vielfältig von Produkt- und Systemherstellern sowie in der Fachliteratur publiziert.

Luftdichtheit: Die Luft-Undichtheit der Gebäudehülle muss um wenigstens 60 Prozent niedriger sein, als es die DIN 4108/7 und EnEV für Gebäude mit Lüftungsanlagen erlaubten (n(50)< 0,6 /h).

Heizungsanlage: Passivhäuser haben gegenüber normalen Neubauten zwar einen deutlich niedrigeren Heizwärmebedarf, jedoch einen gleichhohen Brauchwasser-Wärmebedarf. Bei angepasster Planung kann in ihnen ein Großteil der Heizwärmeverteilung über das Lüftungssystem erfolgen (vorerwärmte Zuluft), so dass auf ein System mit Heizkörpern überwiegend verzichtet werden kann. Dies muss bei der Auslegung der Wärmeerzeugung, der Wärmeverteilung und der evtl. Wärmespeicherung berücksichtigt werden. Als Wärmeerzeuger kommen neben konventionellen Heizkesseln auch spezielle Wärmepumpensysteme in Frage. Seitens der Gütegemeinschaft gibt es für Passivhäuser keine anderen Anforderungen an die Wärmeerzeugung als bei Niedrigenergie-Häusern (s.o.).

Trinkwasser: Bei der Warmwasserbereitung sollen möglichst geringe Umwandlungs-, Bereitschafts-, Verteil- und Regelverluste aufreten.

Lüftung: Passivhäuser benötigen mechanische Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, deren Wirkungsgrad über 85 % liegt. Für die Auslegung dieser Lüftungsanlagen gibt es mehrere Detailanforderungen (siehe Güte- und Prüfbestimmungen). Bei einer überwiegenden Heizwärmeverteilung über vorerwärmte Zuluft sind  bei der Lüftungsplanung neben den unterschiedlichen hygienischen Luftmengenbedarfen der einzelnen Räume auch deren Wärmebedarfe zu berücksichtigen.