Niedrigenergiehäuser

Ein Niedrigenergie-Haus im Sinne der Gütegemeinschaft energieeffiziente Gebäude e.V. ist ein Gebäude, dessen baulicher Wärmeschutz der gesamten Gebäudehülle darauf abgestimmt ist, gegenüber heutiger Energiesparverordnung noch geringere Transmissions-Wärmeverluste zu erreichen. Durch zusätzliche Anforderungen an die Haustechnik wird darüber hinaus der Heizwärmebedarf noch weiter verringert. Dies beinhaltet nicht nur Anforderungen an die Wärmedämmung der Regelflächen und Sonderbauteile, sondern auch an die Vermeidung oder Minimierung von Wärmebrücken, an eine mehr als nur normgerechte Luftdichtheit sowie an eine angepaßte Heizung und Lüftung. Die technischen Einzelanforderungen sind in den „Güte- und Prüfbestimmungen“ beschrieben.

Die wesentlichen Einzelanforderungen sind dabei:
Baulicher Wärmeschutz:  Der für ein bestimmtes Gebäude geltende spezifische Transmissionswärmeverlust HT‚ gemäß der aktuellen Energieeinsparverordnung 2007 muss um wenigstens 30 % unterschritten werden. Dies lässt sich durch wirkungsvolle Wärmedämmung aller Außenbauteile und Minimierung der Wärmebrücken erreichen.

Wärmebrückenvermeidung: Über die Anforderungen der aktuellen DIN 4108 und die Empfehlungen des Beiblatts 2 dieser Norm hinaus werden bestimmten Anforderungen an die Mindestdämmung zur Vermeidung von Wärmebrücken gestellt. Angestrebt wird eine ununterbrochene wärmedämmende Schicht rund um das Haus, die nicht von Materialien mit Lambda-Werten über 0,22 W/mK durchstoßen wird; andernfalls sind Kompensationen oder Flankendämmungen nötig.

Luftdichtheit: Die Luft-Undichtheit der Gebäudehülle muss um wenigstens ein Drittel niedriger sein, als es die DIN 4108/7 und EnEV für Gebäude mit Lüftungsanlagen erlaubten. (n(50)< 1,0 /h).

Heizungsanlage: Bei Gas sind Brennwertkessel mit RAL-Umweltzeichen Nr.61 einzubauen. Bei Öl sind Brennwertkessel mit RAL-Umweltzeichen Nr. 46 einzubauen. Bei Elektrowärmepumpen muss vom Installateur eine Jahresarbeitszahl der gesamten Anlage von mindestens 3,2 bei Außenluft oder von mindestens 3,8 bei Erdwärme als Wärmequelle gewährleistet werden. Bei Feststoffheizungen sind Gebläse und automatische Brennstoffzufuhr sowie weitere Einzelanforderungen vorgeschrieben. Fernwärme und regenerative Energien sollen vorrangig genutzt werden.

Trinkwarmwasser: Bei der Warmwasserbereitung sollen möglichst geringe Umwandlungs-, Bereitschafts-, Verteil- und Regelverluste auftreten.

Lüftung: Zur Sicherstellung der Lufthygiene und Energieeinsparung sind in Niedrigenergie-Häusern Abluftanlagen oder Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung einzubauen. Für deren Auslegung gibt es mehrere Detailanforderungen (siehe Güte- und Prüfbestimmungen).